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Autofahren in Neuseeland

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Neuseeländische Verkehrsregeln

Viele wissen es schon: In Neuseeland herrscht Linksverkehr. Dennoch gilt auch hier die Regel „rechts vor links“, d.h. an Kreuzungen ist einem Auto, welches von rechts kommt, die Vorfahrt zu gewähren. Das Geschwindigkeitslimit beträgt auf Autobahnen und Landstraßen 100km/h (schneller darf in Neuseeland nirgendwo gefahren werden!), innerhalb von Wohngebieten sind es 50km/h.

Um in Neuseeland überhaupt selbst Auto fahren zu dürfen reicht bereits dein deutscher Führerschein aus. Ein internationaler Führerschein wird nicht benötigt. Für Australien oder bei möglichen Stopover-Zielen ist er jedoch erforderlich. Diesen erhältst Du für ca. 15 Euro bei deiner Zulassungsstelle. Falls Du vorhast ausschließlich in Neuseeland Auto zu fahren, reicht aber dein ganz normaler Führerschein aus Deutschland.

Wer sich noch ausführlicher in den neuseeländischen Schilderwald einlesen möchte, findet auf der Website der NZ Transport Agency dazu ein nettes Info-PDF.

Noch ein Verkehrsregel-Hinweis für alle Radler:
In Neuseeland gilt für Radfahrer eine allgemeine Helmpflicht! Wenn Du dir also ein Fahrrad ausleihst / kaufst, denke bitte auch an einen Helm.

Gefahren durch die neuseeländische Tierwelt

Eine weitere Gefahr, die leider viel zu oft unterschätzt wird, v.a. auch von Backpackern, die zum ersten Mal in Neuseeland am Steuer sitzen, ist die Tierwelt. V.a. in den Morgen- und Abendstunden sollte man Fahrbahn und Fahrbahnränder genau beobachten und die Geschwindigkeit drosseln. Häufig ereignen sich Unfälle mit Schafen, welche die Straße kreuzen bzw. dort sitzen. Bei zu hoher Geschwindigkeit oder zu wenig Aufmerksamkeit, kann oft nicht mehr schnell genug reagiert werden, die Schäden am Fahrzeug/Fahrer können jedoch immens sein. Schafe können ziemlich schwer werden und für einen heftigen Zusammenstoß sorgen. 

Besonders gefährlich sind Nachtfahrten. Die Straßen sind nicht bzw. nur sehr notdürftig beleuchtet und Wild ist v.a. nachts und im Morgengrauen aktiv. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist solltest Du darauf verzichten nachts zu fahren. 

Neuseeland wäre nicht Neuseeland, wenn es nicht noch eine weitere Kuriosität zu bieten hätte: und zwar den Kea. Der grünfarbige, äußerst intelligente Kea, auch Bergpapagei genannt, lebt ausschließlich in den Gebirgen der Südinsel Neuseelands und ist an keinem anderen Ort der Welt zu finden. Bekannt ist er v.a. dadurch geworden, dass er eine Vorliebe dafür hat Autos zu zerlegen. Ja richtig, kein Scherz ;) Alles was der Vogel mit seinem Schnabel greifen kann wird demontiert, besonders gerne werden Radio-Antennen abgeknickt, Ventilkappen abgeschraubt, Scheibenwischer abgerissen, der Lack mit dem Schnabel verkratzt, aber sogar die Gummidichtungen an Scheibe und Türen reißt der Vogel gerne heraus. Nicht selten finden Touristen nach einer mehrstündigen Wanderung im Gebirge ihr Auto völlig demoliert wieder. Aber auch Mülltonnen, Brotboxen oder sogar verschlossene Rucksäcke von Backpackern, kann der Kea, der ein sehr ausgeprägtes technisches Verständnis besitzt, ohne weiteres öffnen!

Engpässe

Neuseelands Straßen sind oft sehr eng und weniger gut ausgebaut. Es kann daher bei verschiedenen Situationen ganz schön eng werden. Folgende wichtige Hinweise solltest Du stets im Hinterkopf haben:

Bei Überholmanövern empfiehlt es sich grundsätzlich sich kooperativ zu verhalten und lieber selbst den Kürzeren zu ziehen, sobald es eng wird. Problematisch wird es v.a. dann, wenn Radfahrer überholt werden, bzw. Busse oder Wohnmobile im Spiel sind. Meistens sind die Straßen dafür nicht breit genug ausgebaut. 
Teilweise gibt es auch Strecken mit nur einer einzigen Fahrspur. Alle paar hundert Meter lässt sich dann eine kleine Wartebucht finden, in die gerade so ein Auto passt. Dort hat dann Eines, der sich begegnenden Fahrzeuge zu warten, bis der Andere die Straße passiert und wieder freigegeben hat. 
Ebenfalls gefährlich sind in Neuseeland die teilweise sehr schmalen und engkurvigen Straßen (auch Serpentinen genannt). Leider gibt es oft nicht mal Schilder, an denen sich ablesen lässt, wer die Serpentine zuerst passieren darf. In diesen Fällen gilt es einfach ganz vorsichtig in die Serpentine einzufahren (möglichst unter 30km/h) und darauf gefasst zu sein, dass jederzeit ein anderer Verkehrsteilnehmer ebenfalls bereits in die Kurve eingefahren sein könnte. Viele hupen dann auch dauerhaft, sobald sie in die Serpentine eingefahren sind, um andere Verkehrsteilnehmer, die sich möglicherweise bereits hinter der Kurve befinden, zu warnen. Solltest Du also in Kurven ein Hupzeichen hören, kann das ein Hinweis auf ein herannahendes Fahrzeug sein und Du solltest deine Geschwindigkeit unbedingt drosseln.
Besonders oft sind auch Brücken nur einspurig gebaut. Auch hier gilt es sich untereinander zu verständigen, was sich bei Brücken jedoch deutlich einfacher gestaltet als bei engen Kurven. An Brücken ist die Gegenseite ja überschaubar und man kann sich per Lichthupe gut absprechen.

Gravel Roads und Wettereinflüsse

Allerdings muss man sich nicht nur an das Fahren auf der „falschen“ Seite und an mögliche Engpässe gewöhnen, auch Sand- und Schotterstraßen (gravel road) sind keine Seltenheit. Hier gilt es besonders auf Schlaglöcher zu achten, die man gerade bei höheren Geschwindigkeiten oft erst zu spät erkennt. Auch bei langsamer Fahrt können tiefe Schlaglöcher, denen man zu spät ausweicht, große Schäden am Fahrzeug anrichten. Aber auch ganz normale Straßen, die gut befestigt sind und auf den ersten Blick sicher erscheinen, können sich durch die extremen klimatischen Bedingungen schnell verändern. Heftige Regenschauer, aufziehende Nebelwolken und Erdrutsche können das Befahren der Straße schnell unsicher machen. 

Sicherheit / Autodiebstahl

Aufgrund all dieser Eigenschaften des neuseeländischen Straßenverkehres, aber auch aufgrund einer sehr hohen Zahl an Rasern (betrifft auch Touristen!) ist die Unfallrate (Verkehrsunfälle pro Einwohner) in Neuseeland leider unter den höchsten auf der ganzen Welt. 

Die Kriminalität hat in Neuseeland über die letzten Jahre leider auch etwas zugenommen. V.a. auf Autos von Touristen haben es Kriminelle abgesehen. Da die Parkplätze für Wanderwege, Bergtouren und Sightseeing Spots fast immer unbewacht sind und sich meist sehr abgelegen inmitten der Natur befinden, sind dort geparkte Autos eine leichte Beute. Es wird daher vermehrt davor gewarnt Wertgegenstände im Auto zu lassen, welche die Diebe erst recht anlocken könnten. 

Autos in Neuseeland kaufen bzw. mieten

Autos kaufen kann im Grunde jeder, also auch Backpacker, die nur für kurze Zeit in Neuseeland unterwegs sind. Beim Autokauf gilt generell große Vorsicht. Gerade Backpackern versucht man oft die alten „Schrottkarren“ anzudrehen. Wenn Du selbst nicht viel von der Technik verstehst, suche dir am besten einen anderen Backpacker, der den Wagen ein wenig durchchecken kann. 

Die besten Schnäppchen macht man im März/April, wenn die Backpacker wegen des anstehenden Winters das Land in Scharen verlassen. Wenn jeder versucht sein Auto/Camper loszuwerden und die Nachfrage durch Neu-Ankömmlinge gering ist, fallen logischerweise die Preise! Genau umgekehrt ist es in den Monaten August/September/Oktober. Hier ist der Markt so gut wie leergefegt, da die meisten gleich zu Beginn ihrer Reise ein Fahrzeug kaufen wollen, aber nur wenige verkaufen möchten. Hier kann man also generell mit deutlich höheren Preisen auf dem Gebrauchtwagenmarkt rechnen.

Falls Du dir nicht gleich ein Auto kaufen willst oder ein Auto nur für eine bestimmte kurze Zeit benötigst (z.B. nur bis zu 3-4 Wochen), solltest Du dir lieber eine günstige Autovermietung suchen. Ein Auto mieten kann man in Neuseeland jedoch nur, wenn man bereits 21 Jahre oder älter ist. Solltest Du noch jünger sein bleibt dir fast nur die Möglichkeit dir einen anderen Backpacker zu suchen, welcher bereits 21+ ist, denn es reicht ja wenn einer im Auto das Mindestalter hat.

Normale Strassenfahrzeuge gibt es u.a. bei Apex, Jucy, Thrifty,  Europcar, Avis, Budget und vielen anderen. Falls Du einen Camper-Van möchtest, in dem Du auch (mit bis zu 2-3 Personen) schlafen kannst, schaue am besten auf den online Preisvergleich CamperHero.

Von Wicked Campers raten wir Dir ab. Die Fahrzeuge sind aus unserer Erfahrung leider sehr alt, technisch in schlechtem Zustand, der Service ist eher bescheiden und meist sind diese Camper auch teurer als die von anderen Anbietern. Der einzige Vorteil der Wicked Camper liegt darin, dass auch 18-21-Jährige diese Fahrzeuge mieten können.

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