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Autofahren in Australien

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Australische Verkehrsregeln

Viele wissen es schon: In Australien herrscht Linksverkehr. Dennoch gilt auch hier die Regel „rechts vor links“, d.h. an Kreuzungen ist einem Auto, welches von rechts kommt, die Vorfahrt zu gewähren. Bei Einmündungen hat der Verkehr auf der durchgehenden Straße Vorfahrt. Das Geschwindigkeitslimit beträgt auf Autobahnen und Landstrassen 100km/h bzw. 110km/h (schneller darf in Australien nur im Northern Territory mit 130km/h gefahren werden!) Innerhalb von Wohngebieten sind es 60, 50 oder 40km/h, je nach Bundesland. Eine einheitliche Regelung gibt es in Australien also nicht, daher ist immer darauf zu achten in welchem Bundesstaat man sich befindet und welche Limits dort gelten. 

Allerdings muss man sich nicht nur an das Fahren auf der „falschen“ Seite gewöhnen, sondern muss sich auch auf die dortigen Strassenverhältnisse einstellen. Bis auf die großen Highways, die zum Teil mehrspurig, zum anderen Teil aber auch nur einspurig (alle paar Kilometer kommt eine kleine Überholspur) sind, trifft man meist auf Sand- und Schotterstrassen (gravel road). Hier gilt es besonders auf Schlaglöcher zu achten, die man gerade bei höheren Geschwindigkeiten oft erst zu spät erkennt.

Hook Turn in Melbourne

Die australische Straßenverkehrsordnung hat aber noch eine weitere Kuriosität auf Lager, nämlich den Hook Turn in Melbourne. Ein Fahrzeug, welches an einer Kreuzung rechts über eine, von einer Straßenbahn befahrenen Kreuzung abbiegen will, muss sich zunächst ganz links einordnen, die Straßenbahn, sowieso geradeaus fahrende Fahrzeuge passieren lassen und darf erst dann rechts abbiegen.

Gefahren durch die australische Tierwelt

Eine weitere Gefahr, die leider viel zu oft unterschätzt wird, v.a. auch von Backpackern, die zum ersten Mal in Australien am Steuer sitzen, ist die Tierwelt. V.a. in den Morgen- und Abendstunden sollte man Fahrbahn und Fahrbahnränder genau beobachten und die Geschwindigkeit drosseln. Die häufigsten Unfälle ereignen sich mit Kängurus, die die Strasse kreuzen. Bei zu hoher Geschwindigkeit oder zu wenig Aufmerksamkeit, kann oft nicht mehr schnell genug reagiert werden. Die Schäden am Fahrzeug/Fahrer können jedoch immens sein. Kängurus können schließlich bis zu 2m groß werden und für einen ziemlich heftigen Zusammenstoß sorgen. 

Besonders gefährlich sind Nachtfahrten. Die Straßen sind nicht bzw. nur sehr notdürftig beleuchtet und Wild ist v.a. nachts und im Morgengrauen aktiv. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, solltest Du darauf verzichten nachts zu fahren. Wie ernst es mit Wildunfällen aussieht, wirst Du ziemlich schnell merken, wenn Du die ersten Tierkadaver am Straßenrand siehst oder dir mal die breiten Stoßstangen an vielen Autos anschaust. Auf den ersten Blick erscheinen die riesigen Stoßstangen der Greyhound-Busse als Fake oder „overkilled“. Wer aber mal in einem Bus gesessen hat, der ein Känguru angefahren hat, wird sich nicht mehr über die Ausmaße der Stoßstangen wundern.

Road-Trains – die langen LKWs in Down Under

Ebenfalls gefährlich sind die in Australien verkehrenden Road-Trains. Diese Riesenlaster mit mehreren Anhängern können bis zu 50m lang sein. Es empfiehlt sich grundsätzlich den Weg frei zu machen und lieber selbst den Kürzeren zu ziehen. Road-Trains können aufgrund ihrer Übergröße nur schlecht ausweichen und haben einen besonders langen Bremsweg. Gerade auf den staubigen Outback-Straßen ziehen sie oft lange Staubwolken hinter sich her. In einem solchen Fall ist es wohl am besten kurz anzuhalten (natürlich am Rand) und erst dann weiterzufahren, wenn die Sicht wieder frei ist.

Besonderheiten bei Fahrten ins australische Outback

Wer gezielt ins Outback fahren will, kommt an einem 4WD nicht vorbei. Sich mit einem normalen Straßenwagen ins Outback zu wagen wird mit Sicherheit ins Auge gehen und ist viel zu gefährlich. Oft sind Straßen auch nur für Allradfahrzeuge zugelassen. Auf jeder Outback-Tour unbedingt in den Kofferraum einladen: Abschleppseil, ein voller Benzinkanister, ein Ersatzrad, Werkzeug, Landkarte und ausreichend Trinkwasser und Proviant für Notfälle. Auf Raststätten kann man sich nicht verlassen. In Extremfällen kann man 200-400 km unterwegs sein, bis man auf das nächste Road-House trifft. 

Besonderheiten bei Touren auf Fraser Island

Wer Fraser Island auf eigene Faust „erfahren“ möchte, kommt auch hier an einem 4WD nicht vorbei. Der „Highway“ auf Fraser Island ist der Sandstrand. Hier muss man sich auf die Auswirkungen der Gezeiten einstellen. Der Küstenhighway ist jeden Tag für mehrere Stunden nicht befahrbar. Im Idealfall erkundigst Du dich vor Beginn der Tour noch mal, zu welchen Zeiten genau Ebbe und Flut herrscht. Die kleinen Abzweigungen, die von der Küste ins Inselinnere führen, erfordern besonderes Fahrgeschick. Je nachdem, ob es in letzter Zeit viel oder wenig geregnet hat, können einem die Sandpisten kleinere oder größere Schwierigkeiten bereiten. Außerdem sind diese Wege einspurig. Bei Gegenverkehr, was allerdings nicht oft der Fall ist, kann es ganz schön eng werden. 
Eine weitere Besonderheit auf Fraser Island sind die wilden Dingos. Gerade diejenigen, die auf Fraser Island campen bzw. im Auto schlafen wollen, müssen damit rechnen früher oder später einem wilden Dingo zu begegnen. Dingos sind oft aggressiv. Hier gilt es grundsätzlich vorsichtig zu sein.
 

Autos in Australien kaufen bzw. mieten

Um in Australien überhaupt selbst Auto fahren zu können, benötigst Du einen internationalen Führerschein. Diesen erhältst Du für ca. 15 Euro bei deiner Zulassungsstelle. 
Mieten: In Australien gibt es genauso wie bei uns auch, unzählige Auto-Vermietungen. In Australien eignen sich jedoch Campervans besser, denn darin kannst du auch gleich übernachten und dir das Geld für Hostelübernachtungen sparen ;) Zum Mieten eines Campervans gibt es den online Preisvergleich CamperHero.

Beim Autokauf gilt generell große Vorsicht: gerade Backpackern versucht man oft die alten „Schrottkarren“ anzudrehen. Wenn Du selbst nicht viel von der Technik verstehst, suche dir am besten jemand, der den Wagen ein wenig durchchecken kann. Zum Thema Autokauf findest du auf Australien-Blogger.de eine umfangreiche Sammlung an nützlichen Artikeln: Autokauf Australien 
 

Tipp: Ein „inoffizieller“ Treffpunkt von Backpackern um Campervans zu verkaufen/kaufen ist die 2. Etage des Kings Cross Parkhauses in der Ward Avenue. Hier reihen sich an manchen Tagen 30-40 Vans und Kombis aneinander, die alle einen neuen Besitzer suchen.
 

Falls Du dir nicht gleich ein Auto kaufen willst oder ein Auto nur für eine bestimmte kurze Zeit benötigst, solltest Du dir eine günstige Autovermietung suchen. Normale Straßenfahrzeuge und auch 4WDs gibt es u.a. bei Thrifty, Sixt, Europcar, Avis, Budget und vielen anderen. Falls Du einen Camper-Van möchtest, in dem Du auch (mit bis zu 2-3 Personen) schlafen kannst, würde z.B. JuicyCampers, Maui, Britz oder Kea in Frage kommen. Von Wicked Campers rate ich Dir ab. Die Fahrzeuge sind leider oft sehr alt, technisch in schlechtem Zustand, der Service ist eher bescheiden und meist sind diese Camper auch teurer. Der einzige Vorteil der Wicked Camper liegt darin, dass auch 18-21 Jährige diese Fahrzeuge mieten können. Fast alle anderen Auto- und Campervermietungen, vergeben ihre Fahrzeuge nur an Personen von mindestens 21 Jahren.

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