Wwoofing in Kanada

Was ist eigentlich Wwoofing?

Wwoofing ist die Abkürzung für „Willing Workers on Organic Farms“ und bedeutet grob gesagt, dass man auf familiär geführten, biologischen Farmen, oft auch größeren Privathaushalten, ca. 4 Stunden am Tag arbeitet und dafür freie Unterkunft und Verpflegung erhält.  

Du verdienst zwar kein Geld, musst aber auch kein Geld ausgeben. Überdies machst Du hoffentlich auch noch wertvolle Erfahrungen und gewinnst einen tiefen Einblick in die kanadische Lebensweise, da Du direkt bei Einheimischen zu Hause wohnst. 
 

Der „Wwoofing-Deal“

In der Regel muss man als Wwoofer ca. 3-5 Stunden pro Tag arbeiten, wobei die Wochenenden meist frei sind. Im Austausch bekommt man von den Gastfamilien die Unterkunft zur freien Verfügung und wird mit, den in der jeweiligen Familie üblichen, Mahlzeiten versorgt. Eine Bezahlung ist hierbei nicht vorgesehen und nach den Wwoofing-Grundsätzen auch ausdrücklich nicht gestattet; falls Du kein Arbeitsvisum (z.B. ein Working Holiday Visum) hast, würde eine Bezahlung auch deine Aufenthaltsgenehmigung gefährden, da eine bezahlte Tätigkeit nicht mehr in die Kategorie Freiwilligenarbeit fällt und somit ohne entsprechendes Visum illegal wäre.

Wwoofing sollte grundsätzlich immer auf Gegenseitigkeit beruhen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du zu viel arbeiten musst, z.B. mehr als 5 Stunden pro Tag, dann sprich deinen Gastgeber darauf an oder wechsele den Wwoofing-Platz. Es geht schließlich darum positive Erfahrungen zu machen und nicht darum sich als Backpacker ausnutzen zu lassen. Aber keine Sorge, in Kanada ist beim Wwoofen bei 95% der Farmen auch alles bestens ;)

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Wwoof-Kanada Mitglied werden

Um an diesem Programm teilnehmen zu können, muss man Mitglied werden, wofür eine einmalige Jahresgebühr zu entrichten ist. Anschließend erhält man online Zugang zu allen Kontaktadressen der Wwoofing Gastgeber. Dabei sind alle Wwoofing-Farmen mit kurzer Beschreibung und Adressdaten aufgelistet. Bei den Farmen handelt es sich zwar größtenteils um biologische Farmen, die familiär geführt werden, es können aber auch normale Privathaushalte nach einem Wwoofer suchen, um z.B. Gartenarbeiten, Renovierungsarbeiten, usw. erledigt zu bekommen.

Weitere Informationen findest Du auf der offiziellen Website: https://wwoof.ca/

Die Mitgliedschaft kann ganz einfach in wenigen Minuten online abgeschlossen werden: 
https://wwoof.ca/wwoofer/register

Ein Verzeichnis mit allen Wwoofing-Gastgebern findest Du dort bereits vor Anmeldung kostenlos.

Du kannst dabei die Gastgeberangebote nach einigen Kriterien sortieren, wie z.B. Region, Raucher/Nichtraucher, Vegetarisch, Winter-only, etc. und dir somit schon mal alle Angebote anschauen. Die genauen Kontaktadressen bekommst Du jedoch erst nach Anmeldung und Zahlung deines Mitgliedsbeitrages.

Auch wenn Du in einzelnen Fällen vielleicht schon anhand der Beschreibung erraten oder googeln kannst, um welche Farm/Gastgeber es sich handeln könnte, ist eine offizielle Anmeldung und Zahlung der Gebühr in jedem Falle ratsam, denn nur so bist Du über den Wwoofing Verein geschützt. 

Erforderliches Visum zum wwoofen und Einreise in Kanada

Achtung: Hierbei gibt es in Kanada eine Besonderheit!
Um am Wwoofing teilnehmen zu können, muss man in Kanada zunächst grundsätzlich ein Working Holiday Visum oder ein Arbeitsvisum besitzen. Während z.B. in Australien das Wwoofen als Freiwilligenarbeit angesehen wird, gilt dies in Kanada nicht in jedem Fall als solches. Kanada unterscheidet in kommerzielle und nicht-kommerzielle Wwoofing Farmen. Die Arbeit auf nicht-kommerziellen Wwoofing Farmen (das sind in Kanada rund 80% aller Wwoofing Farmen) fällt offiziell in die Kategorie „Freiwilligenarbeit“ und ist somit auch ohne Working Holiday Visum erlaubt (es reicht dann das eTA). Fazit: Wwoofing Plätze auf nicht-kommerziellen Wwoofing Farmen kann man auch ohne Working Holiday Visum annehmen (ist also z.B. auch eine Möglichkeit für Österreicher und Schweizer), für alle anderen Wwoofingen Farmen wird ein WHV benötigt. Um keine Gesetze zu brechen solltest Du bei der Wahl deiner Wwoofing Farm diesen Grundsatz also immer im Hinterkopf behalten. Die offiziellen Definitionen lauten:

Kommerzielle Wwoofing Farm 
Eine kommerzielle Wwoofing Farm wird betrieben, um Produkte/Leistungen herzustellen, die im großen Stil verkauft werden (Beispiel: Anbau von Beerenfrüchten, die LKW-weise verkauft werden oder gleich auf der Farm selbst zur eigenen Joghurtmarke verarbeitet werden)

Nicht-kommerzielle Wwoofing Farm 
Eine nicht-kommerzielle Wwoofing Farm wird von einer Familie betrieben, um Produkte herzustellen, welche die Familie hauptsächlich selbst verzehrt oder nur dazu verkauft werden um den Lebensunterhalt der Familie zu bestreiten (z.B. ein kleiner Beerenbauernhof, der ab und zu auf regionalen Märkten mit einem kleinen Stand Beerenobst an Leute aus der Umgebung verkauft).

Wie Du siehst sind die Definitionen nicht ganz so klar abzugrenzen. Falls Du kein Working Holiday Visum besitzt und somit darauf angewiesen bist hierauf zu achten, dann frage bei der Farm vorher lieber nach, wenn Du dir nicht ganz sicher bist.

Versicherungs-Schutz beim Wwoofing in Kanada

Üblicherweise (z.B. in Australien und Neuseeland) sind Wwoofer und auch Wwoofing-Gastgeber durch den gezahlten Mitgliedsbeitrag über eine Versicherung geschützt. Jedoch nicht in Kanada! Es ist daher extrem wichtig und sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass Du dich selbst um einen entsprechenden Versicherungsschutz kümmerst. V.a. muss die Versicherung speziell für Work&Travel geeignet sein, denn normale Auslandskrankenversicherungen schließen „arbeiten“ in der Regel nicht mit ein. Du kannst über unsere Website aber ganz einfach eine geeignete Versicherung für Work&Travel in Kanada abschließen. 

Kontaktaufnahme mit Wwoofing-Gastgebern

Viele Anfragen scheitern bereits bei der Kontaktaufnahme. Oft werden nur kurze Standard-Mails verschickt, die nur mit einem einzigen Satz mitteilen, dass man einen Wwoofing-Gastgeber sucht. Selbstverständlich möchten die Gastgeber aber auch etwas über dich selbst erfahren. Wer Du bist, dein Alter, dein Beruf zu Hause, was Du kannst, was dir Spaß macht, deine Sprachkenntnisse, Essgewohnheiten (Vegetarier/Veganer), usw. sind hierbei von Interesse. 

Besonders wichtig ist es auch auf die Beschreibung der jeweiligen Farm im Wwoofing-Verzeichnis einzugehen. Schreibe einfach, was dir besonders an dieser Farm gefällt, welche Arbeiten Du erledigen kannst und warum Du gerade diese Farm rausgesucht hast. Erwähne auch gleich, wie lange Du wahrscheinlich bleiben möchtest und was Du als nächstes vorhast. Wir empfehlen aber grundsätzlich nicht zu viel im Voraus zu planen, sondern vor Ort weiter zu sehen. Wwoofing-Aufenthalte lassen sich teilweise auch noch sehr kurzfristig (ca. 2 Tage bis 1 Woche vor Ankunft) organisieren. Von daher wäre es schade, wenn Du deine Reiseroute von vorgeplanten Aufenthalten abhängig machst. Aber natürlich gilt auch hier: Der frühe Vogel fängt den Wurm – in diesem Fall die beste Wwoofing Farm.

Tipp: Du solltest dich auch nie auf eine einzige Adresse verlassen. Wenn Du ca. 5-6 Wwoofing-Farmen gleichzeitig anschreibst, wirst Du mit Sicherheit eine Zusage dabei haben.

Mittlerweile gibt es auch noch einen Nachahmer:
„Helpx“ (https://www.helpx.net/). Auf dieser Seite werden im ähnlichen Stil ebenfalls Arbeitsplätze (auch ca. um die 4 Stunden) im Tausch gegen Unterkunft und Essen angeboten. Wer also beim Wwoofing nichts für sich finden sollte, kann auch hier einen Blick riskieren. Aber Vorsicht: anders als beim Wwoofing gibt es bei helpx keinerlei Schutz oder Verein der dahinter steht! 

Erklärungs-Brief für Wwoofer ohne Working Holiday Visum

Falls Du nur zum Wwoofen und OHNE Working Holiday Visum einreist, dann drucke am besten folgenden Brief aus und führe diesen bei deiner Einreise mit dir: 
https://wwoof.ca/sites/wwoof.ca/files/hostfiles/4_letter_to_canada_border_service_agency_or_canadian_embassy_for_wwoofer.pdf