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Gesundheit und Gefahren bei Work&Travel

Für Kanada liegen keine besonderen Impfbestimmungen vor. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber schon die „Grund-Impfungen“, die auch in Deutschland empfohlen werden, aufzufrischen. Vor allem Hepatitis A und B, Tollwut, Tetanus und Meningitis. Ein Besuch bei deinem Hausarzt kurz vor Abreise kann aber in keinem Fall schaden. 

Aktuelle Informationen zu Impfungen für Kanada findest Du auf den Seiten des Auswärtigen Amtes:
https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/kanada-node/kanadasicherheit/204874#content_6​​​​​​​ 

Gefährliche Krankheiten in Kanada

Die Liste an gefährlichen Krankheiten kann man für Kanada extrem knapp gestalten, denn kurz gesagt gibt es hier (fast) keine besonderen Krankheiten, die es nicht auch in anderen zivilisierten Ländern wie z.B. Deutschland gibt. Eine kleine Grundausstattung an üblichen Medikamenten sollte daher genügen. Detaillierte Tipps findest du in unserer Rubrik Work&Travel Reiseapotheke.

Eine Warnung muss jedoch ausgesprochen werden. Und zwar beginnt in Kanada jedes Jahr ab Mai die sogenannte „West-Nil-Fieber-Saison“. Diese Krankheit ist ähnlich wie eine Grippe und verläuft meist auch harmlos. Es kann aber zu einem sehr schweren Verlauf der Krankheit kommen und auch Todesfälle werden jedes Jahr verzeichnet. Das Virus wird ca. ab Mai bis Juli von nachtaktiven Mücken übertragen.

Gefährliche Tiere in Kanada

Einer der schönsten Aspekte Kanadas ist natürlich die Tierwelt. Manchmal können Wildtiere aber auch eine Gefahr für Menschen darstellen. Man sollte daher ein paar Räuber kennen, die man respektieren sollte.

  • Bären: Man könnte meinen, dass Bären die wohl gefährlichsten Tiere Kanadas sind, das ist aber komplett falsch. Natürlich kann ein Bärenangriff schlimm ausgehen, allerdings sind Bärenangriffe so selten, dass man sich hiervor nicht wirklich fürchten muss. Sollte man einem Bären begegnen, sollte man auf keinen Fall versuchen ihn zu füttern oder anzulocken und sich so ruhig wie möglich verhalten, also „tot stellen“. Für Camper in der Natur gilt: keine Nahrung im Zelt aufbewahren. Sollte man trotzdem nachts in seinem Zelt von einem Bären überrascht werden, dann gilt hier nicht die „stell dich tot Regel“, sondern man sollte sich so heftig wie möglich verteidigen. Denn Bären die nachts Zelte aufsuchen sind wahrscheinlich hungrig und haben dich zum Fressen gern. Hier wäre tot stellen die falsche Taktik.
  • Puma: Was viele nicht vermuten: Deutlich gefährlicher als Bären sind Pumas. Der Puma ist von der Westküste bis Alberta verbreitet, v.a. in British Columbia (z.B. auch auf Vancouver Island). Man sieht die Tiere in der Natur eigentlich nie, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht anwesend sind. Pumas sind Meister im Verstecken und lauern v.a. oben auf Bäumen auf vorbeilaufende Beute, die sie dann von oben herab anspringen. Theoretisch kann das auch Menschen beim Waldspaziergang passieren, ist aber extrem selten, denn der in der Regel meidet der Puma den Menschen eher. Besonders hoch ist die Gefahr für Wanderer im Spätfrühling und im Sommer, da sich in dieser Zeit der Puma-Nachwuchs von der Mutter trennt und sein eigenes Revier sucht. Zu dieser Zeit streunen daher besonders viele Jung-Pumas durch die Wälder und wollen „nur spielen“.
  • Zecken: Jetzt zu den etwas kleineren Zeitgenossen: Zecken kommen in der Natur Kanadas einigermaßen häufig vor. Man sollte sich daher nach langen Aufenthalten in der Natur immer mal wieder auf Zecken untersuchen. Auch in Kanada können Zecken die gefährliche Krankheit Borreliose übertragen. Wer eine Zeckenzange dabei hat sollte die Zecke sofort selbst entfernen oder andernfalls vom Arzt entfernen lassen.
  • Moskitos: Wie schon weiter oben erwähnt kommt in Kanada das sogenannte „West-Nil-Fieber“ vor, welches von Moskitos übertragen wird und im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann. Man sollte sich daher v.a. ab Mai (wenn die West-Nil-Fieber-Saison beginnt) immer gut vor den kleinen Blutsaugern schützen (z.B. mit Moskitospray), v.a. in den Abendstunden.
  • Schwarze Wittwe: Die Schwarze Wittwe (Black widow) ist eine ca. 1-2 cm große schwarze Spinne mit einem orangen Farbklecks auf der Unterseite. Ein Biss der Spinne kann zu starken Muskelkrämpfen und Bewusstseinsstörungen führen, ist jedoch nicht tödlich. Am besten einen Biss sofort mit Eis behandeln und den nächsten Arzt aufsuchen.

Eine weitere Warnung außerhalb der Tierwelt sei an dieser Stelle auch noch erlaubt: die Wetterbedingungen können sich in Kanada extrem rasch verändern. V.a. wer per Rucksack auf größere Touren (z.B. in den Rocky Mountains) oder sogar auf mehrtägige Wanderung geht, sollte für alle Wetterlagen gerüstet sein, egal wie gut das Wetter zu Beginn der Tour scheint. 

Von Menschen ausgehende Gefahren

Wenn wir schon bei Schauer-Geschichten sind, dann darf auch die Story des Bus-Killers nicht fehlen.

  • Der Bus-Killer: Ein bekannter Fall ereignete sich erst vor wenigen Jahren, als ein Bus-Mörder Kanadas Fahrgäste erschreckte. Er fuhr wie jeder andere normale Passagier auch in einem Überland Fern-Bus mit. Nach ein paar Stunden Fahrt und ohne weitere Vorwarnung hat der Bus-Mörder eiskalt seinem Vordermann mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten. Er konnte jedoch schnell überwältigt werden. Trotzdem kursiert die Story noch heute in den Bussen und man bekommt sie manchmal während der Rast von einem Einheimischen Mitfahrer erzählt, der einem ein bisschen Angst einjagen will. Natürlich war das ein absoluter Einzelfall und es gibt kein Anzeichen, warum sich so etwas wiederholen sollte. Die Busanbieter in Kanada haben trotzdem auf den Fall reagiert. Aus dieser Geschichte resultierte die Regel, dass niemand alkoholisiert in den Bus steigen darf. Solltest Du also vor Ort ein Greyhound Ticket gekauft haben, dann trinke vorher keinen Alkohol! Denn wer auch nur ein bisschen nach Bier riecht oder ein Verdauungs-Schnäpschen getrunken hat, darf nicht einsteigen und verliert sein Ticket (keine Erstattung möglich!), da gibt es meistens kein Pardon! Außerdem wird an vielen Busbahnhöfen vor dem Einstieg dein Gepäck durchsucht (ähnlich wie am Flughafen). Messer und andere Waffen sind im Handgepäck an Bord des Busses verboten. Solltest Du also ein Taschen-Messer o.ä. dabei haben, stecke es beim Busfahren immer ins Reisegepäck.
  • Der Strassenverkehr: Eine weitere vom Menschen ausgehende Gefahr ist natürlich der Strassenverkehr. Die Unfallrate ist, wie bereits schon erwähnt, in Kanada etwas höher als in Deutschland. Dies liegt u.a. an schlecht beleuchteten oder vom Winter beschädigten Straßen, Rasern, unerfahrenen jungen Fahrern und plötzlich auftretendem Wild oder Wetterschwankungen.

Eine gute Informationsquelle für weitere Informationen bzgl. der Sicherheit in Kanada ist das Auswärtige Amt. Die Reise- und Sicherheitshinweise werden ständig aktualisiert: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/kanada-node/kanadasicherheit/204874.

Zum Abschluss will aber nochmal gesagt sein: Alles in allem ist Kanada ein sehr sicheres und ungefährliches Land. V.a. die Kriminalitätsrate ist äußerst gering. Es besteht also kein Grund zur Sorge und Du kannst deinen Aufenthalt entspannt genießen.