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Autofahren in Kanada

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Kanadische Verkehrsregeln

Viele wissen es schon: In Kanada herrscht Rechtsverkehr, also wie auch bei uns zu Hause. Daher gilt auch hier die Regel „rechts vor links“, d.h. an Kreuzungen ist einem Auto, welches von rechts kommt, die Vorfahrt zu gewähren. Das Geschwindigkeitslimit beträgt innerhalb von Wohngebieten 40-50km/h, auf Landstraßen 80km/h und auf Autobahnen 100km/h (schneller darf in Kanada nirgendwo gefahren werden!). Die Geschwindigkeiten werden oft und streng kontrolliert, also auch wenn es schwer fallen mag, man sollte die 100km/h Grenze auf Autobahnen unbedingt einhalten.

Um in Kanada überhaupt selbst Auto fahren zu dürfen reicht bereits dein deutscher Führerschein aus. Ein internationaler Führerschein wird nicht zwangsläufig benötigt, zumindest nicht für Aufenthalte bis maximal 3 Monate. Wer länger bleiben möchte, benötigt einen internationalen Führerschein. Diesen erhältst Du für ca. 15 Euro bei deiner Zulassungsstelle innerhalb von einem Tag. Auch wenn es für einen Aufenthalt bis maximal 3 Monate nicht unbedingt vorgeschrieben ist, ist die Anschaffung trotzdem zu empfehlen, da es z.B. das Anmieten von Fahrzeugen erleichtert und bei Polizeikontrollen immer gut ankommt.

Die Alkoholgrenze beim Autofahren liegt landesweit bei 0,8 Promille, in manchen Regionen bei 0,5 Promille und bei jungen Fahrern zwischen 16 und 21 Jahren grundsätzlich bei 0,0 Promille.  

Bei “Rot“ über die Ampel fahren, in Kanada geht das! Leuchtet in Kanada an einer Kreuzung die Ampel rot, so darf man trotzdem rechts abbiegen (aber NUR rechts!), sofern man angehalten hat (alle Räder müssen kurz stehen). Also ähnlich wie der grüne Pfeil in Deutschland, nur, dass in Kanada diese Regel an allen Kreuzungen gilt, auch ohne den Pfeil. ABER: dies gilt nicht in Montreal und auch nicht an ein paar wenigen Kreuzungen wo es per Hinweis ausdrücklich verboten ist.

Aufgepasst: Eine weitere Kuriosität in Kanada ist die „Schulbus-Regel“! Schaltet ein Schulbus (meistens gelb) sein rotes Warn-Licht an (das macht er an fast jeder Haltestelle wo Kinder ein- und aussteigen), dann muss der Verkehr auf beiden Seiten der Straße zum Stehen kommen. D.h. auch wenn Du auf einer Straße in die Gegenrichtung des Busses unterwegs bist, musst Du trotzdem anhalten und darfst nicht an dem Bus vorbeifahren.

Gefahren durch die kanadische Tierwelt

Eine Gefahr, die leider viel zu oft unterschätzt wird, v.a. auch von Backpackern, die zum ersten Mal in Kanada am Steuer sitzen, ist die Tierwelt. Der Großteil der Straßen in Kanada führt durch die pure Wildnis. V.a. in den Morgen- und Abendstunden sollte man Fahrbahn und Fahrbahnränder genau beobachten und die Geschwindigkeit drosseln. Häufig ereignen sich Unfälle mit Elchen, Hirschen, Rehen und anderen Wildtieren, welche die Straße kreuzen oder sich oft sogar mitten auf der Fahrbahn befinden. Bei zu hoher Geschwindigkeit oder zu wenig Aufmerksamkeit, kann oft nicht mehr schnell genug reagiert werden, die Schäden am Fahrzeug / Fahrer können jedoch immens sein. Ein ausgewachsener männlicher Elch kann bis zu 800 Kilo wiegen und somit für einen ziemlich heftigen Zusammenstoß sorgen.

Besonders gefährlich sind Nachtfahrten. Die Straßen sind nicht bzw. nur sehr notdürftig beleuchtet und Wild ist v.a. nachts und im Morgengrauen aktiv. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist solltest Du darauf verzichten nachts zu fahren.

Achtung: es kommt nicht selten vor, dass man direkt am Straßenrand wilde Bären sehen kann. Wenn man den Bär nicht selbst entdeckt, dann erkennt man ihn an einem plötzlichen „Massenparken“ anderer Autos ;). So großartig diese Erfahrung auch ist, Bären sind wie andere Wildtiere auch, unberechenbar. Am besten im Auto bleiben, bzw. wenn man aussteigen will, dann immer in Reichweite des Wagens bleiben und auf keinen Fall den Tieren Futter zeigen.

Gravel Roads und Fahren im Winter

Allerdings muss man sich nicht nur an das Fahren in der Wildnis und an mögliche Tiere auf der Fahrbahn gewöhnen, auch Schotterstraßen (gravel roads) und durch Wintereinflüsse stark beschädigte Straßen sind keine Seltenheit. Hier gilt es besonders auf Schlaglöcher zu achten, die man gerade bei höheren Geschwindigkeiten oft erst zu spät erkennt. Die kanadischen Verwandten des deutschen Schlagloches gehören zu der etwas größeren Gattung, auch bei langsamer Fahrt können tiefe Schlaglöcher, denen man zu spät ausweicht, große Schäden am Fahrzeug anrichten. Aber auch ganz normale Straßen, die gut befestigt sind und auf den ersten Blick sicher erscheinen, können sich durch die extrem harten klimatischen Bedingungen die während der Wintermonate auf die Straße einwirken, schnell verändern. 

Wer im Winter Auto fahren will, sollte auf alle Fälle Schneeketten und (kein Scherz!) eine Ration Lebensmittel, Getränke und extra Kanister Benzin dabei haben, falls man im Nirgendwo stecken bleibt und im Auto mal länger ausharren muss. Aber auch wenn man nicht selbst stecken bleibt, werden im Winter manchmal spontan ganze Straßen und Brücken geschlossen, so dass man zurück fahren muss oder Umwege aufgezwungen bekommt, mit denen man vorher nicht gerechnet hat. Nicht immer reicht es dann noch bis zur nächsten Tankstelle.

Sicherheit/Autodiebstahl

Die Kriminalität ist in Kanada sehr gering, was es im Allgemeinen zu einem sehr sicheren Reiseland macht. Die geringste Kriminalitätsrate gibt es in Québec, das gefährlichste Pflaster befindet sich in Saskatchewan. Insgesamt ist die Kriminalität deutlich geringer als in den USA und anderen Ländern, Überfälle auf Passanten, wie man sie aus amerikanischen Städten kennt, sind in Kanada nicht zu fürchten und auch Autodiebstähle, bzw. Einbrüche in parkende Autos sind eher eine Seltenheit. Man kann sein Auto daher meistens beruhigt abstellen, auch auf touristisch geprägten Parkplätzen.

Autos in Kanada kaufen bzw. mieten

Autos kaufen kann im Grunde jeder, also auch Backpacker, die nur für kurze Zeit in Kanada unterwegs sind. Beim Autokauf gilt generell große Vorsicht. Gerade Backpackern versucht man oft die alten „Schrottkarren“ anzudrehen. Wenn Du selbst nicht viel von der Technik verstehst, suche dir am besten einen anderen Backpacker, der den Wagen ein wenig durchchecken kann. 

Um das gekaufte Auto dann startklar zu machen benötigst Du: einen Führerschein, eine kanadische Adresse (bzw. Postfach), Beleg über eine abgeschlossene KFZ-Haftpflichtversicherung (die in Kanada deutlich teurer ist als in Deutschland), KFZ-Papiere, Geld für die Anmeldegebühr. Mit all diesen Unterlagen gehst Du zusammen mit dem Verkäufer (oder alternativ mit einem schriftlichen Überschreibungsvertrag, ausgefüllt und unterschrieben vom Verkäufer) zur Registrierungsstelle. Problematisch ist, dass die abgeschlossenen Versicherungen immer nur in der Provinz gelten, in der sie abgeschlossen wurden. Man kann also nicht ohne weiteres mit dem Auto in eine andere Provinz fahren, ohne vorher die Versicherung kostenpflichtig auf weitere Provinzen zu erweitern, bzw. eine neue Versicherung abzuschließen. Alles in allem lohnt ein Kauf eines Autos meistens nicht. Berücksichtigt man alle Kosten, Anmeldung, die teure Versicherung und den Ärger mit dem Verkauf des Autos am Ende der Reise, etc. ist es fast immer besser sich ein Auto zu mieten.

Ein Auto mieten kann man in Kanada jedoch nur, wenn man bereits 21 Jahre oder älter ist. Solltest Du noch jünger sein bleibt dir fast nur die Möglichkeit dir einen anderen Backpacker zu suchen, welcher bereits 21+ ist, denn es reicht ja wenn einer im Auto das Mindestalter hat. Normale Straßenfahrzeuge gibt es u.a. bei Alamo, Hertz, Thrifty,  Europcar, Avis, Budget, Sixt und vielen anderen. 

Falls Du einen Camper-Van möchtest, in dem Du auch (mit bis zu 2-3 Personen) schlafen kannst, was sowieso viel praktischer ist als ein normales Auto ;) dann schaue am besten auf den online Vergleich CamperHero.de.

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