Jobsuche + Bewerbung

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Work&Travel Jobsuche in Kanada

Um deine Reisekasse während deines Work&Travel-Aufenthaltes in Kanada aufzubessern, kannst Du theoretisch jede Art von Job annehmen, vorausgesetzt Du hast ein Working Holiday Visum. Denke bei der Jobwahl aber auch daran nicht nur auf das Geld zu schauen, sondern auch darauf zu achten, Jobs anzunehmen, die dir Eindrücke in die kanadische Arbeitswelt verschaffen, bzw. deine Englischkenntnisse verbessern. 

Typische Arten von Working Holiday Jobs in Kanada

Typische Arbeiten finden sich natürlich im Bereich der Landwirtschaft als Erntehelfer (Fruit picking and packing), auf Farmen, oder z.B. auch auf Weingütern. Ob bei solchen Jobs deine Englischkenntnisse jedoch sinnvoll trainiert werden ist äußerst fraglich, außerdem sind sie körperlich sehr anstrengend. Dafür sind Ernte-Jobs einfach und meistens auch relativ kurzfristig zu haben und bieten bei guter Arbeit auch anständige Bezahlung (meist nach kg). 

Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in der Gastronomie (z.B. als Kellner, Küchenhilfe oder als Aushilfskraft bei Großveranstaltungen, Festivals, Sportevents, usw.) und in Kanada natürlich ganz klischeehaft in Skigebieten. Bei diesen Tätigkeiten im Servicebereich sind die Stundenlöhne oft nicht ganz so hoch, dafür hat man aber direkten Kundenkontakt. V.a. die Top-Events (z.B. Konzerte bekannter Künstler oder die Formel 1 in Montreal) und die Hotspots im Skigebiet (z.B. Banff) sind natürlich sehr begehrte Arbeitsmöglichkeiten und die Bewerberrate ist hier entsprechend hoch. Für solche Jobs sollte man sich schon 3-4 Monate im Voraus bewerben, wenn man eine Chance haben will. Bei normalen Servicejobs (wie z.B. Kellnern, Küchenhilfe, usw.) bekommt man meistens von heute auf morgen eine Anstellung. Im Rahmen unseres Kanada Starter Packages beraten dich die Kollegen im Büro in Vancouver gerne, was am besten zu dir passen könnte und wo in Kanada aktuell offene Stellen sind.

Ebenfalls denkbar wäre ein Job als Rezeptionist in einem Hostel. Hostels suchen oft gezielt nach Backpackern, die dann entweder die Rezeption übernehmen oder andere Arbeiten (wie z.B. Zimmermädchen) im Hostel verrichten. In der Regel laufen diese Jobs so ab, dass man ca. 2-3 Stunden am Tag für das Hostel arbeitet und als „Lohn“ gratis dort übernachten darf (Work for accomodation). Eine zusätzliche Bezahlung ist eher selten, aber evtl. gut als „Zweitjob“ nebenher geeignet.

In Hostels (z.B. beim Essen im Gemeinschaftsraum) wird man auch öfter von jemandem angesprochen, kleine Arbeiten zu verrichten, wie z.B. Bäume im Garten auszuschneiden, etc. Oft sind diese aber keine „angemeldeten“ Jobs. Die Bezahlung erfolgt dann jeweils am Ende des Tages oder der Woche Cash auf die Hand. In wie weit diese Beschäftigungsverhältnisse dann legal oder illegal sind kommt ganz auf den Einzelfall an.

Oft wird auch viel Reklame für sogenannte Promotion-Jobs gemacht und eine hohe Bezahlung in Aussicht gestellt. Allerdings sollte man hier sehr vorsichtig sein. Meist verstecken sich hinter solchen Anzeigen, wie „Promotion Job! 500-2000 Dollar per week“, ganz einfach nur Werbeagenturen, die Flyer-Verteiler suchen. Tatsächlich wird man dann jedoch nach verteilten Stück bezahlt und dies untersteigt normalerweise den in Aussicht gestellten Lohn bei Weitem. Auch Spendenorganisationen werben mit solchen Slogans. Oft verbirgt sich hinter den Lockangeboten auch ein Call-Center, dass Telefonverkäufer sucht. In den meisten Fällen halten diese Anzeigen aber nicht, was sie versprechen.

Falls du bereits eine Ausbildung gemacht hast, kannst Du vielleicht sogar eine entsprechende Arbeit in deinem erlernten Beruf annehmen, was sowohl von der Bezahlung gesehen als auch von dem Erfahrungsgewinn betrachtet die beste Alternative wäre. V.a. im Baugewerbe oder anderen handwerklichen Bereichen werden Deutsche mit einer entsprechenden beruflichen Ausbildung immer gerne genommen. Das gleiche gilt für Bürojobs. Solche sind in der Regel zwar deutlich schwerer zu finden als andere Beschäftigungsmöglichkeiten, wer aber eine Ausbildung hat und über gute Englisch und/oder Französisch-Kenntnisse verfügt, der wird auch im Büro gute Chancen haben. Wir haben dir auf unserer Website übrigens kostenlos schon viele Adressen zusammengestellt, wie und wo du Jobs finden kannst.

Wie ein kanadisches Bewerbungsschreiben auszusehen hat, eine Mustervorlage dafür und was man alles beachten sollte, findest Du im Abschnitt „Kostenlose Bewerbungs-Vorlage“ (ebenfalls gratis auf unserer Website).

Wer nicht direkt einen bezahlten Job findet, bzw. die Zeit sinnvoll und günstig überbrücken möchte bis er einen bezahlten Job findet, ist mit „Wwoofing“ (siehe entsprechendes Kapitel) ganz gut bedient. Dort hat man neben den 3-4 Stunden Arbeit noch genügend Zeit am Nachmittag nach Jobs zu suchen und gibt währenddessen kein Geld für Wohnen und Essen aus, also gerade auch für die erste Zeit gut geeignet.

Achtung: nicht alle Jobs dürfen mit einem einfachen Working Holiday Visum gemacht werden. Dies gilt für alle Tätigkeiten, die in die Kategorien „Gesundheit“, „Kinder“ und „Lehrer“ fallen. Jobs in diesen Bereichen können zwar trotzdem mit einem Working Holiday Visum angenommen werden, man benötigt jedoch einen zusätzlichen Gesundheitstest, den man vor seinem Abflug bei einem deutschen Partnerarzt der kanadischen Botschaft machen muss (Kostenpunkt rund 200-300 Euro). Plant man in einem dieser 3 Bereiche zu arbeiten (z.B. als Krankenschwester oder als Aufpasser in einem Kinder-Camp), dann gibt man diesen Wunsch bei der Beantragung des Working Holiday Visums an und erhält anschließend von der Behörde ein Formular und Infoblatt, mit dem man dann zum Arzt geht. Diese Untersuchung muss unbedingt vor Abflug aus Deutschland gemacht werden, in Kanada kann sie nicht mehr nachgeholt werden!

Lohn für Working Holiday Maker in Kanada

In Kanada gibt es einen Mindestlohn, der für alle gilt, somit auch für Work&Traveller. Je nach Region fällt der Mindestlohn unterschiedlich hoch aus, unter 11 CA$ gibt es jedoch in keiner Region, daher kannst Du dir als Faustregel merken, dass dir vor Steuerabzug mindestens immer 11 CA$ zustehen.

Eine schöne Übersichtskarte mit den einzelnen Beträgen findet man immer top aktuell hier:
http://www.retailcouncil.org/resources/quick-facts/minimum-wage-by-province/ 

Bei Backpackern wird leider manchmal versucht den Mindestlohn zu umgehen. Besondere Vorsicht gilt z.B. bei Erntearbeit, wenn nach Kilo oder Stück bezahlt wird (z.B. pro gepflücktem Kilo Kirschen xx CA$). Diese Abrechnungsart ist zwar erlaubt, aber es müssen dir trotzdem mindestens 11,00 CA$ bzw. der in der Region gültige Mindestlohnsatz pro Stunde übrig bleiben, auch wenn Du weniger gepflückt hast. Das ist per kanadischem Gesetz definitiv garantiert, auch wenn dir der Arbeitgeber etwas anderes erzählt.

In der Regel gibt es für Backpacker ca. 11-16 CA$ pro Stunde, also meistens auf oder knapp über Mindestlohn-Niveau. Die Auszahlung der Löhne sollte per Überweisung auf dein kanadisches Bankkonto erfolgen, normalerweise in wöchentlichen Abständen (also nicht wie bei uns 1x pro Monat).